Schneller kommissionieren: Layout und Slotting im Dark Store neu gedacht

Heute widmen wir uns Dark-Store-Layouts und Slotting-Strategien für schnelleres Kommissionieren von Lebensmitteln. Wir verbinden präzise Wegeführung, datenbasierte Platzierung, ergonomische Griffe und unterstützende Technologie, damit jede Bewegung zählt, die Kühlkette stabil bleibt und Bestellungen fehlerfrei sowie pünktlich rausgehen. Eine kleine Anekdote: Nachdem wir die Aisles neu geordnet hatten, sparte Pickerin Lena täglich über zweitausend Schritte ein. Teile gern deine Erfahrungen, stelle Fragen und abonniere Updates, wenn du kontinuierlich schneller und verlässlicher werden willst.

Von der Eingangsschleuse zur letzten Dose: Strömung statt Stau

Statt mit langen Hauptgängen und wenigen Querwegen zu arbeiten, nutzen wir Strömungsprinzipien: Warenfluss in einer dominanten Richtung, klare Rückwege, keine toten Enden. Pickrouten werden so gelegt, dass schnelle Artikel zuerst erreichbar sind und langsame die Entscheidungspunkte nicht blockieren. Sichtlinien auf Regalbeschriftungen und Farbcodierungen minimieren Suchzeit. Eine reale Beobachtung zeigte, wie ein zusätzlicher Quergang die durchschnittliche Pickzeit pro Position um entscheidende Sekunden senkte, ohne den Platzbedarf zu erhöhen.

Zonenlogik, die mit Sortimenten mitwächst

Zonen sollten nicht starr bleiben, sondern sich den Lebenszyklen der Artikel anpassen. Wenn ein Produkt stark wächst, braucht die Zone skalierbare Frontmeter, reservierte Expansionflächen und flexible Trennungen. Saisonware erhält temporäre Satellitenzonen, die sich an Peak-Tagen schnell umwidmen lassen. Praktisch bedeutet das modulare Regale, neutrale Strom- und Datenpunkte sowie klare Umzugsprotokolle, damit tausende SKUs nicht im Chaos enden. So bleibt die Wegeführung verständlich, obwohl Sortimente, Aktionen und Packungsgrößen sich stetig verändern.

Slotting, das Geschwindigkeit erzeugt

Slotting ist mehr als hübsche Regalordnung: Es ist die Kunst, Nachfrage, Greifhäufigkeit, Verpackungsformate und Restock-Zyklen so auszubalancieren, dass jede Handbewegung sitzt. Häufig gepickte Artikel verdienen Fronttiefe und optimale Sicht, langsamere Produkte rücken in ruhigere Bereiche. Dabei braucht es Puffer für Promo-Schübe, Platz für Varianten und Regeln, die keine Ausnahmeflut erzeugen. Gut gesetztes Slotting reduziert Substitutionen, stärkt Frische und senkt Pickkosten messbar – sichtbar in jeder Tour, jedem Batch, jeder Schicht.

ABC/XYZ klug kombiniert, damit Handgriffe fließen

Die ABC-Analyse ordnet nach Umsatz oder Picks, XYZ beschreibt die Nachfrageschwankung. Kombiniert entsteht ein verlässliches Bild: A-Artikel mit stabiler Nachfrage gehören prominent, A-Artikel mit Z-Volatilität brauchen elastische Flächen. C-Artikel dürfen tiefer liegen, aber nicht so tief, dass sie unauffindbar werden. Entscheidend ist, automatische Re-Slotting-Impulse aus Daten zu triggern, statt halbjährliche Großaufräumtage zu planen. Ein wöchentliches, leichtgewichtiges Review spart Kraft, schont Nerven und hält das Regal immer arbeitsbereit.

Velocity, Volumen und Varianz effizient ausbalancieren

Hohe Velocity braucht kurze Wege, aber auch ausreichende Fronttiefe, damit Nachfüllen nicht jede Pickminute stört. Große Packungen sollten Greifkonflikte nicht verursachen, deshalb erhalten sie breite Nester in Randzonen. Variantenreiche Kategorien profitieren von visueller Logik: konsistente Reihenfolge, identische Platzierungsregeln, klare Unterteilungen. Wer konsequent Volumen, Drehzahl und Schwankung zusammen denkt, reduziert unproduktive Bewegung drastisch. Ergebnis: schnellere Picks, weniger Unterbrechungen und ein stabiles Tempo, auch wenn die Nachfrage kurzfristig ausschlägt.

Temperaturbereiche planen, ohne unnötige Umwege

Kühl- und Tiefkühlzonen kosten Zeit und Energie, deshalb müssen sie strategisch liegen. Idealerweise erfolgen temperaturkritische Picks möglichst gebündelt, kurz vor dem Packen, mit klarer Übergabe an isolierte Behälter. Häufige Frischeartikel rücken nahe an Packstationen, seltene Spezialitäten tiefer in die Kälte. Gut markierte, beschlagfreie Türen, rutschfestes Layout und effiziente Türzyklen verhindern Verzögerungen. So bleibt die Kühlkette sicher, Kommissionierer schwitzen weniger, und die Uhr tickt für Kundinnen stets in unserem Sinne.

Daten, die Entscheidungen tragen

Heatmaps und Pfadanalysen, die Muster offenlegen

Bewegungsdaten zeichnen die Wahrheit: Hier stockt ein Batch, dort häufen sich Kollisionen, anderswo entstehen weite Umwege. Mit Heatmaps erkennen wir Hotspots, mit Pfadanalysen die tatsächlichen, nicht die geplanten Routen. Kleine Eingriffe – ein verschobener Gondelkopf, eine neue Querung – bewirken große Effekte. Wichtig: Das Team einbinden, Beobachtungen abgleichen und Hypothesen testen. So entsteht Vertrauen in Zahlen, und die Fläche verwandelt sich Stück für Stück in einen Ort fließender, intuitiver Bewegung.

Simulationen und A/B-Tests auf der Fläche, nicht nur im Laptop

Bevor wir alles umbauen, testen wir doppelt: simulierte Nachfragewellen plus echte A/B-Vergleiche in Teilbereichen. Zwei parallel geführte Pickpfade, wechselnde Slotting-Varianten, klare Messgrößen. In wenigen Tagen zeigen sich robuste Unterschiede, die Diskussionen abkürzen. Wichtig ist, die Tests kurz, sauber und verständlich zu halten, damit das Tagesgeschäft stabil bleibt. Die lernende Fläche wird zum Labor, in dem Mitarbeitende ihre Ideen einbringen, Hypothesen sichtbar werden und Entscheidungen mit breiter Zustimmung fallen.

Kennzahlen, die wirklich zählen: von UPT bis Fehlerquote

Nicht jede Zahl hilft. Wir fokussieren auf Pickzeit je Position, Wege je Batch, First-Time-Fill, Substitutionsrate, Fehlerquote, Nachfüllaufwand und Pünktlichkeit. Ergänzend zählen Mitarbeiterzufriedenheit und Unfallfreiheit, weil Tempo nur mit Sicherheit trägt. Ein kompaktes Dashboard mit Ampellogik und Drilldown macht Komplexes handhabbar. Wer seine Kennzahlen regelmäßig bespricht, erkennt Trends früh, steuert Peaks souverän und feiert Erfolge sichtbar. Das motiviert, zieht Ideen an und verankert Verbesserungen, die länger halten als jede kurzfristige Aktion.

Technologie als Verstärker, nicht als Krücke

WMS-Intelligenz, die Wege denkt und Prioritäten versteht

Ein starkes WMS plant nicht nur Touren, sondern liest Bestellprofile, bündelt Picks nach Temperaturfenstern und vermeidet Rücksprünge. Es gewichtet Frische, Lieferzeitfenster und Wegkosten, berechnet sinnvolle Batchgrößen und erkennt, wann Nachfüllen Vorrang hat. Schnittstellen zum Slotting-Modul liefern Re-Slotting-Impulse automatisch. Wichtig ist, die Regeln gemeinsam mit dem Team zu verfeinern, denn lokale Besonderheiten schlagen Standardlogik. Das Ergebnis ist ein ruhigerer Fluss, verlässliche Pünktlichkeit und spürbar weniger Hektik auf der Fläche.

Pick-by-Light und Voice, die beide Hände freigeben

Lichtsignale und Sprachhinweise reduzieren Suchzeit und Blickwechsel. Wer mit beiden Händen greifen kann, spart Sekunden pro Position und erhöht die Genauigkeit. Wichtig sind klare Etiketten, robuste Geräte und leicht verständliche Prompts in der Landessprache. Nach einer kurzen Eingewöhnung steigt die Trefferquote deutlich. Ergänzend helfen Bestätigungslogiken gegen Verwechslungen, etwa Menge plus Produktmerkmal. So bleibt der Kopf frei für Entscheidungen, während Technik das Navigieren übernimmt und die Mannschaft spürbar entspannter durch die Schicht führt.

AMRs und Fördertechnik: Taktung ohne Taktstock

Autonome mobile Roboter bewegen Behälter, damit Picker in ihrer Zone bleiben. Fördertechnik koppelt Zonen, ohne dass Menschen die Last tragen. Die Kunst liegt in der Taktung: ausreichend Puffer, klare Übergabepunkte, smarte Staukontrolle. Startet klein, skaliert nach messbarem Nutzen und integriert Sicherheitszonen, die Vertrauen schaffen. In einem Projekt senkten AMRs Laufstrecken um ein Drittel, während der Durchsatz stabil blieb. So entsteht Tempo, das nicht lauter, sondern leiser wirkt – und nachhaltig Kraft spart.

Prozesse und Menschen: Tempo mit Ruhe verbinden

Hohes Tempo braucht ruhige Abläufe. Klare Rollen, einfache Signale, kurze Stand-ups und eine verlässliche Schichtstruktur schaffen Orientierung. Prozesse sollten so gestaltet sein, dass Abweichungen sofort sichtbar werden und Teams eigenständig nachsteuern können. Training findet dort statt, wo gearbeitet wird, mit kurzen Lernschleifen und direktem Feedback. Und weil Motivation das beste Schmiermittel ist, feiern wir kleine Verbesserungen. So wachsen Selbstvertrauen und Ergebnisqualität gemeinsam – spürbar im Kundenfeedback und in jeder Abrechnung.

Wachstum, Saisonalität und laufende Verbesserung

Wenn Bestellvolumen wachsen, müssen Layout und Slotting mithalten. Reservierte Flächen, modulare Regale und klare Umbauprotokolle verhindern Chaos. Saisonspitzen werden als geplante Experimente verstanden: frühe Signale, temporäre Zonen, klare Nachschubfenster. Nach Peaks folgt eine ehrliche Auswertung mit Lessons Learned und messbaren To-dos. Rituale der Verbesserung – kurze Gemba-Walks, Kaizen-Karten, Retrospektiven – halten die Energie im System. Wer so arbeitet, sieht Fortschritt nicht als Event, sondern als täglichen, leisen Schritt nach vorn.
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